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LEKTÜRE

Stimmenhören und Recovery - Erfahrungsfokussierte Beratung in der Praxis

Das Fach- und Lehrbuch Stimmenhören und Recovery - Erfahrungsfokussierte Beratung in der Praxis, von Joachim Schnackenberg, Christian Burr (Hg.), ist 2017 in der Reihe „better care“ im Psychiatrie-Verlags erschienen. Es soll Fachpersonal und Angehörige helfen, die Erfahrungen des Stimmenhörens aus Sicht von Betroffenen zu verstehen, um in der Betreuung andere Wege einschlagen zu können, die Stimmenhörende nachhaltig unterstützen. Besonders anschaulich ist der Erfahrungsbericht von Oana-Mihaela Iousco (S. 97 - 106), der es gelungen ist, ihre Stimmen als hilfreich in ihr Leben zu integrieren und damit zu genesen. Heute absolviert sie ein Masterstudium an der KFU Graz und leitet im Verein Achterbahn die Selbsthilfegruppe für Junge Erwachsene. Bei Symposien, Beratungen und Vorträgen gibt sie ihre Erfahrungen weiter und ist damit Hoffnungsträgerin für andere Stimmenhörende und deren Angehörige.
Durch zahlreichen Kontakte und Interviews mit Stimmenhörenden kamen ForscherInnen zu der Erkenntnis, dass Stimmen im Leben von Betroffenen einen Sinn ergeben, da sie eine Verbindung zu persönlichen Problemen darstellen. Außerdem zeigte sich, dass viele Stimmenhörende unter keiner psychiatrischen Erkrankung leiden. Die meisten Stimmenhörenden können sogar mit ihren Stimmen gut umgehen und nur eine kleine Anzahl braucht fachliche Unterstützung. Problematisch und belastend wird es für Betroffene erst dann, wenn sie keinen guten Umgang mit den Stimmen finden und die Gesellschaft mit Stigmatisierung und Unverständnis, gar mit Ausgrenzung reagiert. Dies gilt jedoch im Prinzip für sämtliche psychischen Erkrankungen, eigentlich für all jene in unserer Gesellschaft, die irgendwie anders sind. Die gute Nachricht ist, dass es gelingen kann mit Stimmenhören ein gutes und zufriedenes Leben zu führen, und zwar dann, wenn Betroffene und Angehörige einen Entwicklungsprozess einschlagen, in dem Stimmen akzeptiert und vielleicht sogar als hilfreich angesehen werden.
Wie das gelingen kann, darum geht es in der vorliegenden Publikation, die sowohl Stimmenhörenden, deren Angehörigen und psychiatrischen Fachpersonen eine große Hilfe sein kann. Der Fokus liegt auf der Unterstützung im Alltag und in unterschiedlichen Settings. Die einzelnen Schritte des Beratungsprozesses werden kompakt und praxisnah dargelegt und durch Fallbeispiele erschlossen.
Das Buch baut auf den Arbeiten von Romme und Escher auf, insbesondere auf „Stimmenhören verstehen. Der Leitfaden zur Arbeit mit Stimmenhörenden (ROMME & ESCHER, 2013)

Joachim Schnackenberg / Christian Burr
Stimmenhören und Recovery – Erfahrungsfokussierte Beratung in der Praxis
Kartoniert, 172 Seiten, 4 Abbildungen, 16,5 x 24 cm
ISBN 978-3-88414-656-9
Köln: Psychiatrieverlag 2017.
Preis: € 24.95

Über die Autoren
Joachim Schnackenberg studierte psychiatrische Pflege in England, Soziale Arbeit in Deutschland und forscht zum Thema Stimmenhören. Er ist Leiter von »Stimmenhören und Recovery« in der Diakonie Kropp, Schleswig-Holstein, EFC-Fortbilder und Supervisor und Mitbegründer des efc Instituts: www.efc-institut.de.
Christian Burr ist Pflegeexperte MScN und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Abteilung Forschung und Entwicklung Pflege der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Bern.

LINK: www.psychiatrie-verlag.de
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