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AKTUELLES

07.09.2017

FILMTIPP! 07.09. Kinostart in Graz für "Die beste aller Welten"

Der Film „Die besten aller Welten“ von Adrian Goiginger, der auf der Berlinale und der Diagonale ausgezeichnet wurde, handelt von der Kindheit des Regisseurs mit seiner alleinerziehenden, heroinabhängigen Mutter, die ihrem Kind trotz ihrer Sucht eine schöne Kindheit beschert hat.
Kinostart in Graz: 07.09.2017 in Graz


„Meine Geschichte ist eine, bei der die Erwartungen nicht erfüllt werden“, betont Goiginger in einem Interview der Kleinen Zeitung (02.09.2017, S. 56/57) und spielt dabei auf die landläufige Meinung in der Gesellschaft an, eine Kindheit mit solchen Bedingungen könne gar nicht schön sein. Seine Mutter wurde nur 39 Jahre alt. Beim Schreiben ihrer Grabrede im Jahr 2012 wurde dem Sohn zum ersten Mal bewusst, welch beachtliche Leistung sie vollbracht hatte.

Der Film gewährt Einblicke in den Alltag Drogensüchtiger, einer der am stärksten stigmatisierten Gruppe unserer Gesellschaft. In diesem Zusammenhang ist eine Aussage von Goiginger im Interview der Kleinen Zeitung besonders hervorzuheben, in der er sinngemäß meint, dass niemand wegen der Drogen süchtig werde, sondern, weil man eine innere Leere verspüre, trauere oder depressiv sei. Drogen zu verteufeln, bringe nichts, es müsste vielmehr versucht werden, die seelischen Wunden zu heilen, alles andere ergebe sich dann von selbst. „Die Ärzte (Politik?; Anm. der Red.) wollen die Leute nur von den Drogen runter bringen, damit die Drogensüchtigen nicht mehr als Süchtige zählen.“

Viel zu schnell und ohne weitere Behandlungsmaßnahmen werden Drogenersatzstoffe aus der Apotheke verschrieben. Wer mit Drogensüchtigen zu tun hat, als ProfessionistIn oder AngehörigeR, weiß, dass viele der Betroffenen ihr Ersatzmittel auf dem Schwarzmarkt verkaufen, dieses dann von anderen Süchtigen aufgelöst und gespritzt wird. Wer das Ersatzmittel einnimmt, hat oftmals trotzdem einen Beikonsum, das heißt, beschafft sich zusätzlich Drogen auf dem Schwarzmarkt. Auf dem Rücken der Drogenkranken ist die Pharmaindustrie die große Gewinnerin, welche die Ersatzmittel herstellt und der Staat, weil er die Zahl von Drogensüchtigen in Österreich bewusst schönredet, obwohl die meisten tatsächlich voll drauf sind. Diese Schieflage ist in der Öffentlichkeit kaum bekannt, wird auch nicht thematisiert, wohl aus gutem Grund.

"Die beste aller Welten"
Ein Flm von Adrian Goiginger
Nach einer wahren Geschichte
Kinostart in Graz: 07.09.2017

LINK: http://diebesteallerwelten.at/

 
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