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AKTUELLES

23.01.2018

Auszug aus dem Österreichischem Gesundheitsbericht 2016

Psychische Erkrankungen, allen voran Depressionen nehmen weiterhin zu, wobei die weibliche Bevölkerung etwa doppelt so häufig eine ärztlich diagnostizierte Depression aufweist als die männliche Bevölkerung. Die Anzahl der psychisch bedingten Krankenstände ist im Zeitraum 2005 bis 2014 um 84 Prozent gestiegen. Nach Einschätzung vieler ÖsterrreicherInnen sinke ihre Lebensqualität. Immerhin sind 14 Prozent der österreichischen Bevölkerung armutsgefährdet, das sind 1,18 Millionen BürgerInnen, oftmals ältere Menschen und Alleinerziehende. 

Seit 2008 ist die Arbeitslosigkeit deutlich gestiegen. Besonders betroffen sind Personen mit gesundheitlicher Vermittlungseinschränkung (18 % aller Arbeitslosen). Weniger gebildete und einkommensschwache Menschen sind weniger gesund und leiden öfter an Übergewicht als Menschen höherer Bildungs- und Einkommensschichten.

Psychische Erkrankungen
8 Prozent der Bevölkerung haben eine ärztlich diagnostizierte Depression oder beurteilen sich selbst als depressiv; Frauen häufiger als Männer.
Psychisch bedingte Krankenstände (2 % aller Krankenstände) nehmen (im Vergleich zum Jahr 2005) zu und betreffen erwerbstätige Frauen stärker als erwerbstätige Männer.
Etwa 1.300 Menschen in Österreich begehen pro Jahr Suizid. Drei Viertel davon sind Männer. Die Suizidrate beträgt bei Männern (altersstandardisiert) 26 Todesfälle und bei Frauen 7 Todesfälle pro 100.000 Einwohnern.

Lebensqualität
Die österreichische Bevölkerung beurteilt die eigene Lebensqualität insgesamt mit durchschnittlich 75 von 100 Punkten. Seit 2006/2007 gab es tendenziell Verschlechterungen im körperlichen und psychischen Wohlbefinden sowie eine deutliche Abnahme im sozialen Wohlbefinden. 

Frauen zwischen 15 und 29 Jahren sowie Frauen ab 60 beurteilen ihre Lebensqualität signifikant schlechter als gleichaltrige Männer.

14 Prozent der österreichischen Bevölkerung (1,18 Mio. Menschen) sind armutsgefährdet.
Laut AMS waren im Jahr 2014 rund 319.000 Menschen in Österreich arbeitslos. Das entspricht einer Quote von rund 8 Prozent. Rund 12.500 davon sind bereits länger als ein Jahr arbeitslos. Seit 2008 ist die Arbeitslosigkeit deutlich gestiegen. Besonders betroffen sind Personen mit gesundheitlicher Vermittlungseinschränkung (18 % aller Arbeitslosen).

38 Prozent leiden unter Zeitdruck und Arbeitsüberlastung, Tendenz ebenfalls steigend

Chancengerechtigkeit
Sowohl für die Gesundheit (Lebenserwartung, Lebenserwartung in Gesundheit, selbsteingeschätzte Gesundheit, chronische Krankheiten, Karies, gesundheitsbedingte Einschränkungen im Alltag, Lebensqualität) als auch für eine Reihe von Gesundheitsdeterminanten (Übergewicht/Adipositas, Bluthochdruck, Gesundheitskompetenz, Obst- und Gemüsekonsum, gesundheitswirksame Bewegung, Rauchen, Armutsgefährdung, Arbeitslosigkeit, körperliche Belastungen am Arbeitsplatz, Arbeitsbedingungen, Sozialkapital) zeigen sich markante Unterschiede nach Bildung und Einkommen. Sie verlaufen zuungunsten niedriger Bildungs- und Einkommensschichten.  Unterschiede in der Gesundheitsversorgung zeigen sich – zuungunsten niedriger Bildungs- und Einkommensschichten – hinsichtlich der Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen sowie für die Inanspruchnahme fachärztlicher Leistungen im niedergelassenen Bereich. Darüber hinaus zeigen sich – hinsichtlich der Gesundheit – eindeutige Geschlechts- und Genderunterschiede. Sie fallen mehrheitlich zuungunsten der weiblichen Bevölkerung aus.

Depression
Diagnostizierte Depression innerhalb der letzten 12 Monate Laut ATHIS 2014 hatten 5,7 Prozent der Österreicher/-innen (15 Jahre und älter) in den letzten 12 Monaten eine ärztlich diagnostizierte Depression (rund 415.000 Personen; BL-Bandbreite: 6–11 %). Weitere 1,9 Prozent waren eigenen Angaben zufolge von einer Depression betroffen (rund 139.000 Personen). Die weibliche Bevölkerung weist etwa doppelt so häufig eine ärztlich diagnostizierte Depression auf wie die männliche Bevölkerung (7,5 vs. 3,9 %). Dies gilt für alle Altersgruppen (s. Abbildung 3.24). Bezüglich selbsteingeschätzter Depression ist hingegen kein Geschlechterunterschied erkennbar (2,1 % vs. 1,8 %). Bei Männern wie bei Frauen nimmt die Prävalenz ärztlich diagnostizierter Depressionen ab einem Alter von 30 Jahren deutlich zu. Selbsteingeschätzte Depressionen steigen.hingegen von rund 1 Prozent (bei den 15- bis 29-Jährigen) auf etwa 4 Prozent (bei der ab 60-jährigen Bevölkerung).

Psychisch bedingte Krankenstände (94.000 Fälle bzw. 0,03 Fälle pro EVP; BL-Bandbreite: 0,01–0,04) machten im Jahr 2014 rund 2 Prozent aller Krankenstandsfälle aus (BL-Bandbreite: 2–4 %), aufgrund der überdurchschnittlichen Krankenstandsdauer beträgt ihr Anteil an den Krankenstandstagen jedoch 9 Prozent (BL-Bandbreite: 7–12 %). Die Anzahl der psychisch bedingten Krankenstände ist im Zeitraum 2005 bis 2014 um 84 Prozent gestiegen (von 51.100 auf 94.000 Fälle), bei Frauen um 89 Prozent, bei Männern um 76 Prozent. Die Dauer psychisch bedingter Krankenstände hat im selben Zeitraum – entgegen dem Trend bei den Krankenständen insgesamt – zugenommen: Im Jahr 2005 betrug die durchschnittliche Dauer 30 Tage, im Jahr 2014 39 Tage. Frauen sind häufiger aufgrund psychischer Erkrankungen im Krankenstand als Männer (2014: 57.960 vs. 36.091 Fälle), die durchschnittliche Dauer liegt jedoch sowohl bei Männern als auch bei Frauen bei rund 39 Tagen.

LINK: Der Österreichische Gesundheitsbericht 2016 im Detail

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