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AKTUELLES

22.01.2024

Einsamkeit in Österreich

Eine Untersuchung des SORA-Instituts im Auftrag der Caritas ergibt: 570.000 Menschen in Österreich fühlen sich einsam!


Der dritte Montag im Jahr, der dieses Jahr auf den 15.01. fiel, ist der Blue Monday, der 'traurigste Tag im Jahr'. Zu diesem Anlass wird auf das Thema "Einsamkeit aufmerksam gemacht.

Einsamkeit_2024
                            (Bildquelle)

Schon vor Corona war Einsamkeit eine Zivilisationskrankheit. Verstärkt wurde diese durch die Pandemie, vor allem aber auch durch die massiven Teuerungen der vergangenen Jahre.
Nach der Erhebung, die SORA gemeinsam mit der Caritas durchgeführt hat, fühlen sich rund 570.000 Menschen in Österreich einsam.

25 Prozent fühlen sich aufgrund der Corona-Pandemie einsamer, 17 Prozent der Befragten gibt an, dass sie ihre Sozialkontakte vor allem wegen der Preisanstiege einschränken mussten. Dieser Anteil ist besonders unter jenen hoch, die ein Haushaltseinkommen bis 1.500 Euro haben.

Einsamkeit ist ein Phänomen, das verbreiteter ist, als viele annehmen. Gleichzeitig ist es jedoch ein Tabuthema.
So bietet beispielsweise das Plaudernetz der Caritas Steiermark eine telefonische Plattform, an die Menschen sich wenden können, die sich nach Gesprächen sehnen.

Warum das Sprechen über Einsamkeit gesellschaftlich tabuisiert ist, hat viele Gründe. Einer davon ist, dass Sozialkontakte nicht nur lebensnotwendig sind, sondern ferner auch als Statussymbol gelten. Außerdem gilt häufig das Vorurteil, Menschen, die vereinsamen, seien an ihrer Situation ganz allein selbst schuld. Damit wird die Verantwortung für ein gesellschaftliches Brennpunktthema auf Betroffene abgewälzt und diese beschämt, was eine Abwärtsspirale in Gang setzt.

Insbesondere Menschen mit psychischen Problemen, die 'aus der Gesellschaft fallen', rutschen häufig in soziale Isolation. Sich aus dieser wieder zu befreien, kann eine enorme Herausforderung sein.
Stigmatisierung, Scham, soziale Ängste und das Gefühl, nicht nur nicht genug leisten zu können, sondern auch als Person nicht liebenswert zu sein, bestimmen den Alltag, der nicht müde wird, Leistungsfähigkeit, soziale Kompetenz und Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt zu fordern.
Was dabei häufig übersehen wird, ist, dass der Druck auf Betroffene, so schnell wie möglich wieder 'zu funktionieren', in den allermeisten Fällen kontraproduktiv und damit nicht nachhaltig ist.

Einsamkeit kann massive Folgen für die körperliche und psychische Gesundheit haben:
Menschen ohne starke soziale Kontakte sind einem höheren Risiko von Schlaganfällen, Angststörungen, Demenz, Depressionen und Suizid ausgesetzt, so betont es die Weltgesundheitsorganisation (WHO). 

Um Menschen die Möglichkeit zu geben, sich nach einer Krise wieder tägliche Routinen und soziale Netzwerke aufzubauen, braucht es viel mehr niederschwellige, konsumfreie Räume und Angebote, denn gerade Armut ist einer der Hauptfaktoren, der Einsamkeit wesentlich begünstigt.

Aus diesem Grund bietet die Achterbahn Steiermark psychisch belasteten Menschen in Graz und einigen steirischen Regionen die Möglichkeit, sich freiwillig und ohne Anmeldung oder Konsumzwang in geschütztem Rahmen miteinander auszutauschen. So können Menschen sich - ganz in ihrem eigenen Tempo - monatliche, wöchentliche oder tägliche Routinen und Sozialkontakte aufbauen und erfahren, dass sie in ihrer Situation alles andere als allein sind.

Nähere Infos zu den Achterbahn-Gruppenangeboten unter:
>> https://www.achterbahn.st/kalender-graz.html 

APA_OTS Nähere Informationen zum Thema Einsamkeit in Österreich >> HIER