achterbahn

AKTUELLES

29.05.2019

Stigmafrei – Medienempfehlungen zu psychischen Erkrankungen

Der Verein Achterbahn ist seit 2018 in der Arbeitsgruppe des von  HPE Österreich und der MedUni Wien, Zentrum für Public Health initiierten Projektes „Stigmafrei – Medienempfehlungen zu psychischer Erkrankungen“ vertreten.  


Ziel des Projektes ist die Förderung einer ausgewogenen Berichterstattung über Menschen mit psychischen Erkrankungen. Dafür werden seit Frühjahr 2018 bei regelmäßigen Treffen von ExpertInnen, Betroffenen, Angehörigen und MedienvertreterInnen Leitlinien für die adäquate Medienberichterstattung, eine Internetplattform und ein einschlägiges Netzwerk ausgearbeitet. Im Oktober 2019 soll das Ergebnis der Öffentlichkeit präsentiert werden.

In Österreich ist laut Statistik jede/r Dritte mindestens einmal in ihrem/seinem Leben von psychischer Erkrankungen direkt oder indirekt betroffen. Dennoch gibt es darüber zu wenig Aufklärung in unserer Gesellschaft. Dies führt zu Stigmatisierung und Tabuisierung von psychischer Erkrankung und vielfach zur Ausgrenzung und Isolation von Betroffenen. 

Eine besondere Bedeutung hat in dem Zusammenhang die Art und Weise, wie Medien über psychische Erkrankungen berichten und welche Botschaften damit transportiert werden. In Österreich gibt es derzeit keine Empfehlungen für eine adäquate Berichterstattung über psychische Erkrankungen. Sehr oft erscheinen daher in österreichischen Medien stigmatisierende Artikel, die der Gesundheit von Betroffenen und der Inklusion von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen schaden.
Wie themenbezogene Aufklärung und Sensibilisierung erfolgreich funktionieren kann, zeigt sich beim Thema "Suizidprävention". Das Beispiel belegt, wie eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen MedienvertreterInnen, ExpertInnen und Betroffenen zu einer nachhaltigen Verbesserung der Qualität der Berichterstattung und damit zum Rückgang von Suiziden in Österreich beigetragen hat. Wesentlich für diese positive Entwicklung war, dass die betreffenden Empfehlungen zur Medienberichterstattung über Suizid vom Presserat in den Ehrenkodex für die österreichische Presse aufgenommen wurden.

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