achterbahn

AKTUELLES

05.08.2020

Erste Hilfe für die Seele - 01

Betroffene erzählen aus ihrer Erfahrung mit psychischer Belastung, was ihnen hilft, wenn die Seele Trost braucht.


Erdbeere.Bild „Der Garten hilft der Seele“

Mathilde* ist schon seit vielen Jahren Teil der Achterbahn und schätzt den Therapiegarten des Vereins in Graz sehr. Sie ist froh, dass sie den liebevoll gestalteten Garten in der Hubertusstraße auf dem Areal des Senioren- und Pflegewohnheims der Caritas nach dem Lockdown, unter Einhaltung gewisser Regeln, wieder wie gewohnt besuchen kann.

Die Pensionistin findet nicht nur "Blumen einfach wunderschön", sie liebt es auch, das, was sie angepflanzt hat, wachsen zu sehen. Selbst dem Unkraut-Jäten kann sie etwas abgewinnen. Sie hält es für eine durchaus beruhigende Tätigkeit.

„Die Natur hilft“, meint sie im Gespräch. „Es wächst alles von allein, aber du pflanzt es an! Der Garten verändert sich immer!“ Ganz besonders, erzählt Mathilde, erfreue sie sich am selbst angebauten Gemüse. Den Garten zu pflegen, zuzusehen, wie alles wächst und dann den Lohn für die Gartenarbeit, das frische Gemüse, einzufahren, finde sie toll.

Aber auch die Medizin hat die positiven Effekte der Natur längst erkannt. So verordnen etwa in London ÄrztInnen bereits seit 2013 ihren psychisch und/oder körperlich erkrankten PatientInnen Gartenarbeit als Therapie, mit dem "Nebeneffekt", dass verwilderte Plätze in eindrucksvolle Gärten verwandelt werden.

Der Kontakt zu Pflanzen und Tieren hat also positiven Einfluss auf unser Wohlbefinden.

Das Wohnen in der Natur vermindert beispielsweise das Risiko, an einer Depression zu erkranken. Noch mehr profitieren wir psychisch jedoch davon, wenn wir die Möglichkeit bekommen, Natur aktiv mitzugestalten. Besonders Menschen, die in ihrem Alltag hohem Druck ausgesetzt sind, profitieren gesundheitlich vom Obst- und Gemüseanbau. Zudem hat das „Wühlen“ im Boden eine wörtlich „erdende“ Wirkung, da wir uns während der Gartenarbeit völlig auf das Hier und Jetzt konzentrieren und zudem auf ein sinnvolles Ziel hinarbeiten, das insbesondere dann sehr befriedigend ist, wenn die Arbeit Früchte trägt.

Ein weiterer positiver Effekt des Gärtnerns ist, dass es Symptome ernster Erkrankungen mildern oder diesen sogar vorbeugen kann.

Das Gärtnern fordert nicht nur den Körper, sondern auch den Geist, da wir neues lernen, Problemlösungen erarbeiten und unsere Sinne schärfen. Zudem fördert es unsere Achtsamkeit, indem es uns sorgsamer mit unserer Umwelt umgehen lässt, was unseren Stresslevel senkt.

Außerdem tut die Bewegung und das Befassen mit der Natur unserem Immunsystem gut.

Verfasserin: Ina Plattner

* Name von der Redaktion geändert


INFOS:

Die Therapiegarten-Gruppe des Vereins Achterbahn findet in den Frühjahrs- und Sommermonaten unter der Leitung von Brigitte Gassner jeweils mittwochs von 10:00 bis 13:00 Uhr statt. --> weitere Infos > >

--> Gesundheitstrends.com: Fit & happy: Gärtnern ist gut für unsere Psyche