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AKTUELLES

31.05.2022

KÜBELHÖREN: ERSTE HILFE BEI VORWÜRFEN, BESCHULDIGUNGEN UND CO

Manchmal kommt es vor, dass sich das Gegenüber einfach einmal buchstäblich "auskotzen" muss. Was aber kann man tun, um ruppige, mitunter verletzende Aussagen nicht persönlich zu nehmen?


Wenn du die volle Ladung Beschuldigungen, Vorwürfe und Kritik abbekommst, hilft es zumeist, ein tieferes Verständnis für die Hintergründe und die emotionale Lage der Person zu erlangen, die bei dir ihren "Dampf ablässt".

Wenn ein Mensch sich ärgert, geht es diesem nicht gut - und wenn diese innere Spannung nicht zurückgehalten werden kann, schaltet er auf "Output" und alles quillt aus ihm heraus. Aus einer solchen "Affektsituation" kommt nichts Gutes heraus.

In einer solchen Situation ist es hilfreich, sich vorzustellen, das Gegenüber übergibt sich in seinem Redeschwall gerade emotional. 
Was machst du in einer solchen Situation? Du weichst dem Schwall aus, bekommst nicht alles ab und schützt damit dich und andere, bist dankbar, dass es dir gerade nicht so geht, wie der anderen Person und kannst so neutral(er) mit der Situation umgehen.
Dieses Bewusstsein zeigt sich schließlich auch in deiner Körpersprache.

Anstatt dich von dem "emotionalen Übergeben" anstecken zu lassen, kann es hilfreich sein, dem Gegenüber, dem es gerade schlichtweg nicht gut geht, mit Mitgefühl entgegen zu treten: Es ärgert sich, versucht, etwas loszuwerden, was ihm zu schaffen macht. Ähnlich, wie wenn man etwas Verdorbenes zu sich genommen hat, das es nicht länger bei sich behalten kann.
Dabei ist es nicht sinnvoll, dem Sich-Übergebenden etwas zuführen zu wollen - das bedeutet: Wem es schlecht ist, wirst du keinen Snack anbieten - es würde seine Übelkeit nur noch anfachen.
Der Mensch ist auf "Output", er kann im Moment also nichts aufnehmen. Daher macht es auch keinen Sinn, ihm Informationen oder gar deine Rechtfertigungen, Erklärungen oder Berichtigungen zuführen zu wollen. Wichtig dabei: Das Übergeben des anderen hat zumeist nichts mit dir zu tun, es bricht buchstäblich aus dem anderen heraus und du bist gerade in der Nähe, bekommst dies mit.

Halte den Kübel, bis es vorbei ist und entscheide hinterher, ob du die Situation später mit der Person reflektieren möchtest oder ob du das Geschehene am Wegrand liegen lassen willst, um deine persönlichen und emotionalen Ressourcen zu schonen.

Mit viel Humor erklärt Irmgard Wallner, wie "Kübelhören" zur Erste-Hilfe-Maßnahme für die eigene psychische Gesundheit wird, wenn jemand sich einmal unsanft "auskotzen" muss: 

Kübelhören