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AKTUELLES

25.11.2022

Orange the World: 16 Tagen gegen Gewalt an Frauen

Von 25.11. bis 10.12.2022 finden internationale Kampagnen statt, die Gewalt an Frauen weltweit verstärkt in den Fokus rücken und uns darüber aufklären sollen, welche die Mechanismen zur Entstehung von Gewalt sind und wie Gewaltdelikte verringert oder besser noch weitgehend verhindern werden könnten.


Gewalt an Frauen zählt im Jahre 2022 nach wie vor zu einer weit verbreiteten Menschenrechtsverletzung, die durch alle Schichten der Gesellschaft geht. Während315892073_6117543744947066_7098447197606324889_n der Covid-19-Pandemie, als das Leben vorwiegend in den eigenen vier Wänden stattfinden musste, verschärfte sich die Problematik noch. Die Kampagne Orange the world macht jedes Jahr zwischen 25. November - dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und 10. Dezember - dem internationalen Tag der Menschenrechte - auf die „Pandemie der Gewalt an Frauen“ aufmerksam und will enttabuisieren. Auf der ganzen Welt erstrahlen in diesen 16 Tagen Gebäude in Orange. Auch in Österreich beteiligten sich im vergangenen Jahr 250 Gebäude an der Aktion.

Formen und Ursachen der Gewalt an Frauen
Gewalt kann viele verschiedene Formen annehmen. Sie kann auf körperlicher, sexueller und psychischer Ebene und sowohl von einer Person direkt, wie auch durch die Gesellschaft ausgeübt werden. Insbesondere sind Frauen mit Behinderung gefährdet, Gewalt zu erfahren, was vor allem mit der häufig bestehenden Abhängigkeit von der Unterstützung anderer Menschen zu begründen ist.

In traditionellen Verhältnissen, in dem die Frau Care- und der Partner Lohnarbeit leistet, kann sich Gewalt an Frauen auf wirtschaftlicher Ebene zeigen, etwa, indem durch den Partner Geld für die gemeinsame Haushaltsführung vorenthalten wird. Weitere Beispiele von traditionsbedingter Gewalt sind Zwangsheirat oder Genitalverstümmelung bei Mädchen und Frauen sein.

Es ist eine traurige Tatsache, dass Frauen zu rund 90 Prozent Gewalt in der eigenen Familie und in der Partnerschaft erleben: erniedrigt, unerwünscht berührt, vergewaltigt, geschlagen und im Extremfall von Männern getötet – weil sie Frauen sind. Laut Statistik hat jede fünfte Frau Gewalterfahrung in der Beziehung, die Dunkelziffer ist jedoch viel höher. Die extremste Form der Gewalt gegen Frauen ist wohl der Femizid, die Tötung von Frauen durch einen Mann aufgrund ihres Geschlechts, beziehungsweise aufgrund von „Verstößen“ von Frauen gegen traditionelle, patriarchale Rollenvorstellungen, womit Femizide zu den Hassverbrechen zählen. 

Gewalt an Frauen in der Gesellschaft entsteht durch soziale Normen. Die s.g. strukturelle Gewalt tritt etwa durch ungleiche Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern in Erscheinung, welche stark durch kulturbedingte Geschlechterrollen geprägt werden. Um nachhaltig gegen iese Form der Gewalt vorzugehen, sollten in der Gesellschaft niederschwelliger Respekt und ein gesundes Miteinander vermittelt und vorgelebt werden.

Gewalt als Auslöser psychischer Belastung
Jede Art von Gewalt kann schwerwiegende und nachhaltige Traumata nach sich ziehen. Häufig entwickeln Überlebende von Gewalterfahrungen psychische Erkrankungen, die sehr hartnäckig und schwer behandelbar sein können. Ein Phänomen ist die Opfer-Täter-Umkehr, bei der Betroffene die Schuld für die erlebte Gewalt bei sich selbst suchen. Soziale Medien sind ein Nährboden dafür, aber auch der Umgang mit Opfern in öffentlichen Institutionen.
Viele Betroffene leiden ihr ganzes Leben an den Folgen von Gewalt. Um Gewaltdelikte zu verringern, bedarf es einerseits einer rechtzeitigen und engmaschigen Unterstützung von Opfern sowie intensiver Aufklärungsarbeit in Form von Vorträgen, Schulungen, Workshops und Medienberichten. 
Damit es aber erst gar nicht zu Gewaltausbrüchen kommt und Menschen zu Tätern werden, bräuchte es auch für diese Seite rechtzeitige Unterstützung. Die gute Nachricht ist, das es Hilfe gibt. Für Männer beipielsweise den Männernotruf und die Männerberatungstelle. Denn auch sie bräuchten Unterstützung und sollten dazu ermutigt werden, sich Hilfe zu holen.

Eines ist aber klar: Täter müssen in die Verantwortung genommen und entsprechend bestraft werden. 

Wo finden Frauen in der Steiermark Unterstützung bei Gewalterfahrung?


Zum Weltfrauentag am 08.03.2022 haben wir den Erfahrungsbericht einer Gewaltüberlebenden veröffentlicht.

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In der Steiermark gibt es rund um den internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen eine Reihe von Kampagnen: